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Tipps für Eltern

Wasserangst bei Kindern überwinden

„Mein Kind hat große Angst vor dem Wasser.“ Diesen Satz hören wir bei Spielschwimmen regelmäßig – und er macht uns keine Sorgen. Denn genau dafür wurde unser Konzept entwickelt. Wasserangst ist kein Hindernis, sondern ein ganz normaler Ausgangspunkt, von dem aus jedes Kind lernen kann, das Wasser zu lieben.

Warum haben Kinder Angst vor Wasser?

Wasserangst bei Kindern ist weit verbreitet und hat ganz unterschiedliche Ursachen. Wichtig ist: Die Angst ist immer real, egal wie „unbegründet“ sie von außen wirken mag. Und sie verdient es, ernst genommen zu werden.

  • Negative Erfahrungen

    Ein unfreiwilliges Untertauchen, Wasser in Nase oder Ohren, ein Sturz ins Wasser oder auch ein Schreck im Schwimmbad – solche Erlebnisse können sich tief einprägen und dazu führen, dass ein Kind das Wasser meidet. Manchmal reicht schon ein einziger Moment aus.

  • Schlechte Erfahrungen im Schwimmkurs

    Leider gibt es Schwimmkurse, in denen Kinder zum Schwimmen gedrängt oder gar gezwungen werden. Oder in denen 20 Kinder gleichzeitig in einem lauten Hallenbad unterrichtet werden. Solche Erfahrungen können nachhaltig Angst verursachen und das Vertrauen ins Wasser auf Jahre zerstören. Wir erleben regelmäßig Kinder, die in einem anderen Kurs traumatisiert wurden.

  • Natürliche Vorsicht

    Manche Kinder sind von Natur aus vorsichtiger und sensibler als andere. Wasser ist ein unbekanntes Element – man kann darin nicht stehen, nicht atmen, die Sinne funktionieren anders. Die Angst davor ist ein natürlicher und gesunder Schutzmechanismus. Diese Kinder brauchen einfach etwas mehr Zeit und Geduld.

  • Übertragene Ängste

    Kinder sind unglaublich feinfühlig. Wenn Eltern selbst unsicher im Wasser sind oder beim Schwimmbadbesuch ängstlich reagieren, spüren Kinder das und können diese Angst übernehmen. Auch gut gemeinte Warnungen wie „Pass auf, das Wasser ist tief!“ können unbewusst Angst schüren.

  • Sensorische Empfindlichkeit

    Für manche Kinder sind die sensorischen Eindrücke im Wasser einfach überwältigend: die Temperatur, der Druck, das Gefühl von Nässe im Gesicht, die veränderte Akustik. Das betrifft häufig Kinder mit einer besonders feinen Wahrnehmung oder Kinder auf dem Autismus-Spektrum.

Was Eltern tun können – und was nicht

Als Eltern möchten Sie Ihrem Kind helfen. Das ist verständlich. Aber bei Wasserangst ist weniger oft mehr. Hier sind die wichtigsten Grundsätze:

1

Die Angst ernst nehmen

Sätze wie „Stell dich nicht so an“ oder „Andere Kinder können das doch auch“ verstärken die Angst nur. Ihr Kind schämt sich dann zusätzlich für seine Angst – ein Teufelskreis. Sagen Sie stattdessen: „Ich verstehe, dass du Angst hast. Das ist okay. Du musst nichts machen, wozu du nicht bereit bist.“

2

Kein Druck, kein Zwang – niemals

Zwingen Sie Ihr Kind niemals ins Wasser. Auch nicht „nur mal die Füße reinstecken“ oder „nur kurz den Kopf unter Wasser“. Jeder Zwang verstärkt die Angst und macht den Weg zum Schwimmenlernen länger, nicht kürzer. Ihr Kind muss selbst entscheiden, wann es bereit ist.

3

Positive Wassererfahrungen schaffen

Planschbecken im Garten, Wasserspiele in der Badewanne, Sprinkler im Sommer, Gießkannen und Becher – je mehr positive, druckfreie Kontakte mit Wasser Ihr Kind hat, desto besser. Wichtig: Es geht nicht darum, das Kind „abzuhärten“, sondern darum, dass es Wasser mit Freude verbindet.

4

Vorbild sein

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Wasser Spaß macht. Gehen Sie gemeinsam schwimmen, planschen Sie zusammen in der Badewanne, haben Sie selbst Freude dabei. Kinder lernen am meisten durch Beobachtung.

5

Kleine Schritte feiern

Jeder Fortschritt zählt – ob Ihr Kind zum ersten Mal die Füße ins Wasser hält, das Gesicht nass macht oder sich traut, gegossen zu werden. Loben Sie jeden kleinen Erfolg ehrlich und ohne Übertreibung.

6

Geduld haben – auch mit sich selbst

Wasserangst geht nicht über Nacht weg. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis ein Kind sich im Wasser wohlfühlt. Das ist kein Versagen – weder des Kindes noch der Eltern. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, und das verdient Respekt.

Was Sie vermeiden sollten

Gut gemeint, aber oft kontraproduktiv:

  • Ihr Kind „überraschen“ und ins Wasser werfen oder untertauchen – das zerstört Vertrauen nachhaltig
  • Vergleiche mit anderen Kindern: „Schau mal, die Lisa traut sich auch“
  • Belohnungen für das Überwinden der Angst versprechen – das setzt zusätzlich unter Druck
  • Das Kind in einen überfüllten, lauten Schwimmkurs schicken, in der Hoffnung, dass es dort „mitgezogen“ wird
  • Während des Schwimmkurses eigene Übungen mit dem Kind machen oder ihm Schwimmbewegungen zeigen – das verwirrt und verunsichert

Wie Spielschwimmen bei Wasserangst hilft

Spielschwimmen wurde 1999 von Madhava, einem ausgebildeten Erzieher und Heilpraktiker für Psychotherapie, speziell für ängstliche und traumatisierte Kinder entwickelt. Unser gesamtes Konzept dreht sich um die Frage: Wie kann ein Kind lernen, sich im Wasser wohlzufühlen – ohne Druck, ohne Zwang und in seinem eigenen Tempo?

Das erreichen wir durch eine Kombination von Bedingungen, die in herkömmlichen Schwimmkursen selten so zusammenkommen:

  • Selbstbestimmung: Kein Kind wird bei uns gezwungen, etwas zu tun, wozu es nicht bereit ist. Kein Kind wird ins Wasser geschoben oder überredet. Das Kind bestimmt das Tempo – immer.
  • Kleine Gruppen: Maximal 6 Kinder pro Gruppe bedeuten viel individuelle Aufmerksamkeit. Unsere Anleiter können auf jedes Kind eingehen und Ängste frühzeitig erkennen und behutsam begleiten.
  • Warmes Wasser: 32 °C Wassertemperatur helfen bei der Entspannung. Kaltes Wasser verstärkt Anspannung und Angst – warmes Wasser öffnet die Muskeln und das Vertrauen.
  • Privates Becken: Keine lauten Hallenbäder, keine fremden Badegäste, keine Ablenkung. Unsere Kinder lernen in einer geschützten, vertrauten Umgebung, in der sie sich sicher fühlen können.
  • Ohne Eltern: So paradox es klingt: Kinder trauen sich oft deutlich mehr, wenn Mama und Papa nicht zusehen. Die Kinder versuchen dann nicht, die Erwartungen der Eltern zu erfüllen, sondern können sich ganz auf sich selbst und das Wasser konzentrieren.
  • Pädagogisch geschulte Anleiter: Unsere Anleiter sind nicht nur Schwimmtrainer, sondern pädagogisch ausgebildet und erfahren im Umgang mit ängstlichen, traumatisierten oder besonders sensiblen Kindern.
  • Spielerischer Ansatz: Kinder lernen am besten, wenn sie Spaß haben. Bei uns steht das Spiel im Vordergrund – nicht die Leistung. Die Kinder merken oft gar nicht, dass sie gerade schwimmen lernen.

Wie lange dauert es, bis die Angst überwunden ist?

Das ist bei jedem Kind unterschiedlich. Manche Kinder fühlen sich nach wenigen Stunden wohl, andere brauchen einige Wochen. Kinder, die traumatische Erfahrungen im Wasser oder in einem anderen Schwimmkurs gemacht haben, brauchen manchmal auch mehrere Monate – und das ist völlig in Ordnung.

Was wir Ihnen versprechen können: In über 25 Jahren und mit mehr als 50.000 Kindern haben wir die Erfahrung gemacht, dass jedes Kind seinen eigenen Weg ins Wasser findet. Manche schneller, manche langsamer. Aber alle in ihrem eigenen Tempo und ohne Druck.

Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

Kinder mit besonders ausgeprägter Wasserangst, Kinder auf dem Autismus-Spektrum oder Kinder mit anderen besonderen Bedürfnissen können bei uns auch 1:1 Schwimmunterricht bekommen. In diesem Einzelunterricht kann unsere Anleiterin / unser Anleiter ganz individuell auf die Bedürfnisse und das Tempo Ihres Kindes eingehen.

Mehr über unseren grundsätzlichen Ansatz zur Wassergewöhnung erfahren Sie auf der entsprechenden Seite.

Ihr Kind hat Angst vor Wasser?

Spielschwimmen ist spezialisiert auf ängstliche Kinder. Seit 1999.